Barrierefreiheit – ein Leben ohne Hindernisse – was ist das? Ergebnisse einer inklusiven Befragung in Neumünster
KURZ UND EINFACH
Unter Menschen auf der Straße und bei Menschen mit Psychiatrie-Erfahrungen wurde eine Umfrage gemacht. Sie wurden gefragt, welche Hindernisse es in ihrem Leben gibt. Uns interessierte, ob sich die beiden Gruppen voneinander unterscheiden. Stehen sie vor unterschiedlichen Hindernissen in ihrem Leben? Das Ergebnis: Die Hindernisse sind sich oft sehr ähnlich! „Anders zu sein als andere" ist für viele in beiden Gruppen ein Hindernis. Eine weitere Schwierigkeit ist die eigene Trägheit zu überwinden und Probleme in Angriff zu nehmen.
„Hätten Sie Lust uns drei Fragen zur Barrierefreiheit zu beantworten?" Mal ganz ehrlich: Wären Sie stehen geblieben, wenn jemand Sie beispielsweise auf der Holstenköste (für Nicht-Neumünsteraner: Ein beliebtes Volksfest) so angesprochen hätte? Und doch: Erfreulicherweise nahmen sich 49 Menschen dafür Zeit.
Eine kleine inklusive Arbeitsgruppe aus Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung und Mitarbeiterinnen der Brücke Neumünster gGmbH und der Brücke Schleswig-Holstein gGmbH hat zwei Fragebögen mit offenen Fragen (also ohne Antworten zum Ankreuzen) zum Thema Barrierefreiheit entwickelt: Einen kurzen Fragebogen für die Allgemeinbevölkerung und einen längeren für die Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung, die eine Einrichtung der beiden Organisationen nutzen (beantwortet von 23 Personen).
Auch wenn die Ergebnisse nicht repräsentativ sind – sie regen zum Nachdenken an!
„WELCHE BARRIEREN SEHEN SIE IN IHREM LEBEN?"
Diese Frage nach der Art von Barrieren war (in leicht abgewandelter Form) in beiden Fragebögen zu finden. Dabei interessierte uns vor allem, ob und wie sich die Antworten der Menschen ohne Psychiatrie-Erfahrung von denen der Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung unterscheiden. Die Unterschiede sind in zwei großen Bereichen überraschend gering:
• „Anders ticken als der Mainstream": In diesem Punkt sind sich beide Gruppen einig, jeweils ein Viertel fühlt sich durch Vorurteile und Normen der Umwelt behindert. • „Den eigenen Schweinehund überwinden", „mich aufraffen", „eigene Krankheit": Die eigene fehlende Motivation und verschiedene Krankheiten/Krankheitssymptome werden jeweils von gut einem Drittel als Hemmschwelle benannt.
Die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen liegen eher im Detail.
• „Keine Barrieren" in ihrem Leben sieht ein Viertel der Allgemeinbevölkerung, aber nur jeder zehnte Mensch mit Psychiatrie-Erfahrung.
• „Bürokratie" und fehlendes Geld sind für jeden fünften Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung eine Hürde, in der Allgemeinbevölkerung fühlt sich nur jeder Zwanzigste dadurch eingeschränkt. • In den Antworten der Allgemeinbevölkerung nennt jeder Zehnte „familiäre Belastung" – von den Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung tut dies keiner. • In den Antworten der Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung wird „Unwissenheit der Umwelt" von jedem Zehnten genannt – von der Allgemeinbevölkerung gab dies keiner an.
FAZIT
Die meisten Menschen – egal ob mit oder ohne Psychiatrie-Erfahrung – sehen Barrieren in ihrem Leben. Diese Barrieren scheinen sich in ihrer Art nur geringfügig zu unterscheiden. In wie weit sich das empfundene Gesamtausmaß der Barrieren zwischen beiden Gruppen unterscheidet, lässt sich mit dem Fragebogen allerdings nicht beantworten.
Diese Ergebnisse sind für unsere Arbeitsgruppe ein Ansporn, weiter die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu erforschen. Derzeit arbeiten wir zwei Fragebögen aus, die zusätzlich Ankreuzmöglichkeiten anbieten. Das ist einfacher auszufüllen und die Auswertung geht auch schneller. Dabei sind für uns auch die Sichtweisen von außen und innen interessant: Was denkt „die Allgemeinbevölkerung" welchen Barrieren Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung gegenüberstehen? Welche Barrieren erleben die Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung tatsächlich? Und: Wie können wir unsere Barrieren gemeinsam überwinden?
Sollten Sie also auf der nächsten Holstenköste die Frage hören „Hätten Sie Lust uns ein paar Fragen zur Barrierefreiheit zu beantworten?" – wir würden uns über Ihre Antworten sehr freuen!
Grafik: „WELCHE BARRIEREN SEHEN SIE IN IHREM LEBEN?"
Am 19.02. um 15.00 Uhr findet die Eröffnungsveranstaltung für unsere Reihe „Kultur mittendrin“, gefördert von der Sparkasse Südholstein, mit Martin D. Winter in der Begegnungsstätte der Brücke
Neumünster am Großflecken 41 statt.
Eintritt 4 €, ermäßigt 2€
Martin D. Winter
"Back to the Roots" with Irish & Scotish Folk Music Martin D. Winter ist vielen von dem Projekt "The Crossing Storm" bekannt. Am 19. Februar besucht er uns mit seinem " Back to the Roots " Programm !!!
Der Neumünsteraner Künstler Martin D. Winter vereint charmant Einflüsse verschiedener Musikrichtungen. Mit Mandoline, Bouzouki, Gitarre, Akkordeon, Banjo, sowie Tin- und Low-Whistles, Bodhrán, Djembá oder Mundharmonikas schaffte Martin D. Winter mit " The Crossing Storm " eine musikalische Spannung, die mit den bekannten Musikrichtungen schwer zu beschreiben ist. Mit seinem Schritt zurück auf alten Spuren - " Back to Roots " geht er mit ganz eigener Art an die Schottisch/Irische Musik heran und lässt seiner Inspiration freien Raum um mit Gitarre und Bouzouki die Musik zum Leben zu erwecken. Auch im Gepäck für uns hat er natürlich den einen oder anderen Leckerbissen mit bekannten Songs von Cat Stevens - REM - America - Simon & Garfunkel - John Denver - Gorden Lightfood - den Beatles und einigen mehr – lassen Sie sich auch u.a. von deutscher Liedermacherei überraschen!!! (Offizielle Facebook-Seite von "Martin D. Winter - MDW Music Projects") Wir freuen uns mit Ihnen auf Martin D. Winter und seine leidenschaftliche Lebensfreude für Musik.