Das Trialogisches-Seminar in Neumünster wird vorbereitet und veranstaltet von einer trialogischen Gruppe (Psychiatrie-Erfahrene, Angehörige, Professionelle), die sich zusammensetzt aus VertreterInnen der Psychiatrie-Erfahrenen und der Angehörigengruppe der Brücke Neumünster sowie MitarbeiterInnen der Brücke Neumünster gGmbH, der Brücke Schleswig-Holstein und der DRK-Tagesklinik.
Ziel dieses Seminars ist der Erfahrungsaustausch über psychische Erkrankungen und psychiatrische Einrichtungen.
Eingeladen sind Menschen, die psychische Erkrankungen erlebt haben, Angehörige, MitarbeiterInnen psychiatrischer Einrichtungen, StudentInnen, PraktikantInnen, interessierte MitbürgerInnen.
In den Veranstaltungen werden Themen bezogene Informationen vermittelt. Zugleich sollen durch den Erfahrungsaustausch möglichst viele Sichtweisen zusammengetragen werden.
Vielleicht entsteht auf diese Weise tieferes Verständnis zwischen den verschiedenen beteiligten Gruppen und Menschen. Dies kann auch ein Beitrag zum Abbau von Vorurteilen und zur Verhinderung von Stigmatisierung sein
Brücken Bauen
Jahrestagung der deutschsprachigen Psychose Seminare und Trialoggruppen 25./26. Juni 2010 in München
Trialogische Arbeit und Psychose Seminare sind bundesweit noch zahlenmäßig wenig vertreten. Es sind geschätzt um die 100 Psychose Seminare.
Es waren maximal 150 Betroffene, einige Profis, Angehörige und Experten in eigener Sache angereist. Der Hörsaal war annähernd halb voll. Erfahrungsaustausch und Trialogisches Mitmischen ließ ein Gefühl entstehen das von einer Aufbruchstimmung geprägt war. Betroffene dieser Erkrankung haben eine Lobby und werden jetzt wahrgenommen.
Die Themenpalette umfasste die Themenbereiche. Selbsthilfe und EX-IN Bewegung, Anti-Stigmaprojekte, Psychose Seminare-Psychoedukation, Außerstationäre Behandlungsformen, Trialogisches Mitmischen in Forschung und Praxis und vielem mehr.
Die Tagung nahm einen überraschenden Verlauf. Von einem Fachvortrag zu praktiziertem Trialog, nicht zuletzt durch Beiträge von Professionellen aus Hamburg und Potsdam.
Beim Vorstellen des Münchner und Nürnberger Psychose Seminars war dann der Erfahrungsaustausch mit allen anderen Seminaren gefragt.
Hier ging Sigismund (Oheim) ans Mikrofon. Berichtete von der Brücke-gGmbh in Neumünster und wie hier das Verständnis eines trialogischen Seminars umgesetzt wird.
Es ist nicht selbstverständlich das eine Vorbereitungsgruppe trialogisch besetzt ist und das zum größeren Teil mit Betroffenen.
Werben um Verständnis einer Psychose in den Gemeinden durch Wanderseminare und Moderation durch Psychiatrie Erfahrene ist es auch nicht.
Wanderseminare bedeutet auch den Versuch der Beteiligten in Stadtteilbüros, Kirchengemeinden, Schulen, Krankenhäuser und evtl. Rathaus voneinander für ein Verständnis offen zu sein.
Auch das Engagement von Betroffenen wird unterstützt so dass Projekte professionell begleitet werden und Begegnungsräume entstehen.
Dies wurde mit viel Aufmerksamkeit gehört. Anfangs wurde der Beitrag von einem Psychologen etwas belächelt, das änderte sich während des Vortrags in Zustimmung und eine eigene AG entstand bei der Sigismund moderierte. Diesem Thema schlossen sich dann auch viele Profis an.
Die Brücke gGmbH ist somit ein gutes Beispiel für Trialog und Psychose Seminar Arbeit und ist damit positiv aufgefallen und dort bekannt geworden. Es ist nicht verwunderlich wenn einige Seminare hier für ihre Praxis anleihen nehmen. Denn selbstbewusste Betroffene sind für ein Mitmischen in Theorie und Praxis nötig.
Alle Psychose Seminare sind mit einer Homepage vernetzt. So können bald auch einzelne Beiträge mit eingebracht werden. Es lohnt sich die Beiträge dann anzusehen.
Damit ist das Thema Brücken Bauen während dieser Tagung gut umgesetzt worden.
Sigismund Oheim
Matthias Behrendt
Trialogisches Seminar Neumünster
Informations- und Erfahrungsaustausch rund um seelische Krisen und Erkrankungen
Das Trialogische Seminar in Neumünster wird vorbereitet und veranstaltet von Menschen, die seelische Krisen und Erkrankungen erlebt haben, Angehörigen der Angehörigengruppe der Brücke Neumünster und Professionellen, d. h. MitarbeiterInnen der Brücke Neumünster gGmbH, der Brücke Schleswig-Holstein und der DRK-Tagesklinik. Ziel dieses Seminars ist der gleichberechtigte Informations- und Erfahrungsaustausch rund um seelische Krisen und Erkrankungen. Durch diesen Erfahrungsaustausch sollen möglichst viele Sichtweisen zusammengetragen werden und es soll ein tieferes Verständnis zwischen den verschiedenen beteiligten Gruppen und Menschen entstehen. Dies ist ein Beitrag zum Abbau von Vorurteilen und Ausgrenzung und soll den Respekt für das Anders-Sein und die selbstverständliche, gleichberechtigte Teilhabe von BürgerInnen mit seelischer Erkrankung als Teil der Gesellschaft fördern (Inklusion). Eingeladen sind Menschen, die seelische Krisen und Erkrankungen erlebt haben, Angehörige, MitarbeiterInnen psychosozialer/ psychiatrischer Einrichtungen, StudentInnen, PraktikantInnen und interessierte MitbürgerInnen.
Die Veranstaltungen finden jeden ersten Dienstag im Monat jeweils von 19.00 Uhr bis 20.30 Uhr in den Räumen des Ambulanten Dienstes der Brücke Neumünster gGmbH, Großflecken 41 statt.
Themen und Termine des 2. Halbjahres 2010:
7. September 2010 Sinn und Unsinn von Diagnosen
Jürgen Blume hat im Laufe seiner psychischen Erkrankung verschiedene Diagnosen erhalten und wird an diesem Abend darüber berichten. Eine Angehörige stellt ihre Eindrücke zum Thema dar. Herr Dr. Drews vom Friedrich-Ebert-Krankenhaus erläutert das Verfahren der Diagnostik.
5. Oktober 2010 Ergänzende Behandlungsmethoden zur westlichen Schulmedizin
Zwei Betroffene erzählen über ihre Erfahrungen mit verschiedenen alternativen Behandlungsmethoden. Eine Angehörige trägt ihre Sichtweise dazu bei. Jürgen Gratz, Heilpraktiker aus Bordesholm, informiert aus seinem beruflichen Alltag.
2. November 2010 Jubiläumsveranstaltung
Das Trialogische Seminar besteht in Neumünster seit nunmehr 15 Jahren und möchte mit allen TeilnehmerInnen und UnterstützerInnen mit einigen Wortbeiträgen und einem kleinen Imbiss dieses Ereignis würdigen.
17. November 2010 17:00 Wanderseminar in die Elly-Heuss-Knapp-Schule,
Bachstr. 32 !!! Sucht und psychische Erkrankung
Sigismund Oheim gibt einen Einblick in sein Leben mit einer psychischen Erkrankung und über seinen exzessiven Drogenkonsum. Frau Schmidt nimmt aus der Perspektive als Angehörige dazu Stellung. Edmund Müller-Böge von der Drogenhilfe in Neumünster beschreibt die Problematik aus professioneller Sicht.
7. Dezember 2010 Medikamentenmissbrauch
Uschi Toleikis und Sigismund Oheim geben als Psychiatrie-Erfahrene einen Überblick über den Missbrauch von Medikamenten. Eine Angehörige stellt ihre Eindrücke dazu dar. Herr Dr. Riemenschneider von der Fachklinik Hahnknüll ergänzt das Thema aus medizinischer Sicht.
Sie sind herzlich eingeladen, die Veranstaltungen zu besuchen!
Mit freundlichen Grüßen von der Vorbereitungsgruppe